Die Psyche im Wochenbett

Die Psyche im Wochenbett

Nach der Geburt hat nicht nur der Körper einer Frau viel zu tun sondern auch emotional passiert im Wochenbett sehr viel. Viele Frauen erleben die Geburt als eine Grenzerfahrung und müssen diese erst einmal verarbeiten. Egal wie die Geburt verlaufen ist, eine Geburt ist ein enormer Kraftakt für Körper und Seele. Davon muss sich die frischgebackene Mama erst einmal erholen. Und dennoch muss sie sofort für das Neugeborene da sein.

Ein Strudel aus Emotionen

Im Wochenbett befinden sich Frauen häufig in einem Strudel aus Erschöpfung und Müdigkeit. Dazu kommt der Hormoncocktail und die große Verantwortung für das Neugeborene. Selbst wenn der Partner anwesend ist, die Hauptrolle für das Baby spielt die Mutter. Sie gibt Nähe, Geborgenheit und Nahrung.

Ein neuer Schlaf- und Wachrhytmus

So schön die Nähe zu seinem neu geborenen Baby auch ist, so erdrückend kann sie sich manchmal anfühlen. Vor allem das Schlafdefizit kann zu ungewohnten Stimmungslagen und Erschöpfungen führen. Viele Neugeborene wollen alle ein bis zwei Stunden gestillt werden, und das zu jeder Tages- und Nachtzeit. Das verlangt den Eltern sehr viel ab. Hinzu kommt, dass sich der Schlaf – und Wachrhythmus des Neugeborenen während den ersten Tagen und Nächten erst einpendeln muss.

Fast drei Viertel aller Mütter haben Stimmungsschwankungen

Fast drei Viertel aller Mütter leiden in den Tagen nach der Geburt unter Stimmungsschwankungen. Symptome sind erhöhte Emotionalität, Traurigkeit, Weinen, Besorgnis, Erschöpfung, Reizbarkeit, Niedergeschlagenheit und Schlafstörungen. Das erste Stimmungstief setzt meist drei bis sechs Tage nach der Entbindung ein und geht damit oft mit dem Milcheinschuss einher.

Der Babyblues

Dieses postpartale Stimmungstief wird auch als Babyblues bezeichnet. Der Babyblues verschwindet innerhalb von Stunden oder Tagen wieder, ohne dass eine Behandlung nötig ist.

Die Wochenbettdepression

Werden aus den Stimmungsschwankungen dauerhafte Tiefpunkte, könnte eine Wochenbett- oder postnatale Depression vorliegen. Schuld daran sind die Hormonumstellung, Schlafmangel, Reizüberflutung und die veränderten Lebensumstände.

Erste Hilfe: Erholung

In leichten Fällen ist meist keine Therapie notwendig. Genug Erholung, bewusste Zeit für sich selbst und genug Hilfe von Außen helfen der Mutter dabei sich zu erholen. Unterstützend können auch homöopathische oder spagyrische Arzneimittel (Johanniskraut, Borretsch, Ignatiusbohne u.a.) helfen, die Psyche wieder in Balance zu bringen, ohne dass dabei Probleme beim Stillen zu befürchten sind.

Professionelle Unterstützung

In schweren Fällen sollte unbedingt professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.

Der gemeinnützige Verein „Schatten und Licht e.V.“ wurde von betroffenen Frauen als Selbsthilfegruppe gegründet. Er vermittelt Kontakt zu Betroffenen, bietet Informationen zur Selbsthilfe, Erfahrungsberichte, Fachliteratur und eine Liste mit Mutter-Kind-Einrichtungen.

Bei „Mutter Kind Behandlung“ findest du Informationen zu Postpartalen Erkrankungen und deren Behandlungsmöglichkeiten für Mütter und Väter.

Auch Männer haben einen Babyblues

Übrigens leiden auch Männer unter dem Baby Blues. Rund 10% der Väter sind mit der neuen Situation überfordert und werden von Versagensängsten und Sorgen um Mutter und Kind geplagt.

 

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